Freitag, 12. August 2011

Der Heuchler ungläubiges Entsetzen


Wir erinnern uns an die seltsam wirkenden Photos des norwegischen Attentäters, die durch die Medien gereicht wurden, mE sind beide Bilder (1+2) Montagen; der Kopf passt nicht zum Körper. 77 Menschen wurden getötet. Bestürzung, tiefe Betroffenheit und Mitleid mit den Betroffenen und ihren Angehörigen auf allen Kanälen, Zeitungen machten die Titelseiten frei und TV-Nachrichtensprecher in aller Welt durften ihre vor dem Spiegel eingeübte "es schmerzt, doch es ist meine Pflicht zu berichten" Miene zur Schau stellen. In solchen Momenten, die "unfassbar" oder "unvorstellbar" seien, ist Betroffenheit Pflicht.  Zumindest für den sich normal verhaltenden Scheinweltbewohner. Drama, Baby!


Völlig unbekannte Menschen sterben, Menschen an die keiner dieser Heuchler auch nur eine Sekunde lang denken oder überhaupt Notiz von ihnen nehmen würde, so sie denn noch lebendig anwesend wären. Nun aber, da sie tot "sind", werden sie durch die mediale, zur leichteren Aufnahme bereits vor-gefühlte Grosspräsentation zur Proijektionsfläche für die typisch weltmenschige, eigene Angst vor dem Tod.

In der Scheinwelt ist der Tod nämlich das allerschlimmste, selbstredend, weil mit "dem Tod" "das Leben" zu Ende ist. Wie kleingeistig wir doch sind, wie fleischlich, wie materiell. Unser Denken ist materiell, und das ist die eigentliche Tragödie; es erfüllt uns mit Angst und Sorge. Und so werden wir zur leicht manipulierbaren Masse.


Und was ich fast noch schlimmer finde ist, wie sich Menschen auf emotionaler Ebene durch die Medien manipulieren lassen. Sich dazu anleiten lassen, was zu fühlen und was zu denken ist. Bestimmt gabs auch "Facebook" Gruppen zur Mitleidsbekundung. Aber, ich böser Mensch - natürlich ist es wahrstes Mitgefühl, das Menschen zu solchem Verhalten treibt. Hoffen wir, dass dieses Massenmörder-Monster, dieser Massaker-Schlächter für immer weggesperrt wird. Natürlich wird diese Welt nun niemals wieder die selbe sein, die Tränen sind noch nass - aber vieleicht wird es uns gelingen, einigermassen in die Normalität zurückzufinden.





Artikel: 20Minuten, Ausgabe ZH, 12.08.2011


Kommentare:

  1. sehr weise, mußte mal gesagt werden!

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  2. der Tod wurde in dieser Zeit in den Medien thematisiert. Auf allen Seiten wurde
    vom Tod in Norwegen und vom Tod von Amy Winehouse(Club 27) gleichzeitig berichtet.
    In den Nachrichten wurde Trauer von Christen, Moslems und Juden gleichzeitig gezeigt- vereinte Trauer und geplante Weltreligion...

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